Genmais: Aussaatverbot für MON 810 richtig
Bundesministerin Ilse Aigner hat heute entschieden, die europaweit zugelassene Genmaissorte MON 810 in Deutschland zu verbieten. Meiner Meinung nach hat die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrauerschutz richtig entschieden. Sie korrigiert damit die seit elf Jahren verfehlte Politik der Europäischen Union, die MON 810 1998 zugelassen hatte. Aufgrund einer Ausstiegsklausel ist es Deutschland möglich, nein zu sagen.
Das deutschlandweite Verbot hat auch Auswirkungen auf Nordsachsen: Nach Auskunft von Greenpeace gibt es vier Gebiete, auf denen der Anbau von transgenem Mais auf über 10 Hektar erlaubt ist: Arzberg, Dreiheide, Bad Düben und Laußig. Insgesamt darf in Sachsen auf insgesamt 971 Hektar Genmais angebaut werden; der Freistaat steht damit deutschlandweit auf Platz zwei. Einige sächsische Landkreise haben sich bereits zur gentechnikfreien Zone erklärt. Im nordsächsischen Kreistag schien das aktuell nicht durchsetzbar. Ziel der Fraktion war es daraufhin, einen Kompromiss auszuhandeln: Der Anbau sollte zumindest im Naturschutzgebiet Dübener Heide verboten werden.
Das ist nun überflüssig, sofern das Verbot Bestand hat. Bisher ist noch nicht klar, ob sich Widerstände gegen Frau Aigners Pläne regen werden.
Bis heute ist Nutzen und Schaden von Genmais nicht annähernd erforscht. Niemand weiß, welchen Einfluss in Laboren verändertes Saatgut auf Flora, Fauna und den Menschen hat. Es ist somit unverantwortlich, nicht ausreichend erprobtes Saatgut auch auf Nordsachsens Feldern auszubringen. Der Grund des Verbotes stützt sich zudem auf neue Studien, die Unverträglichkeiten der Natur mit MON 810 beweisen.
"Genmais gehört nicht auf Nordsachsens Felder."
Jens Kabisch
