Sicherstellung der medizinischen Versorgung ist Zukunftsfrage

20. August 2009

Die Beantwortung der Frage, wie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sichergestellt werden kann, ist aus meiner Sicht eine der drängendsten Zukunftsfragen. Bereits jetzt ist die Versorgung mit Haus-, aber vor allem auch mit Fachärzten, in einigen Regionen Nordsachsens grenzwertig. In den nächsten Jahren würde sich eine Unterversorgung ganzer Regionen einstellen. Deshalb besteht dringend Handlungsbedarf, deshalb steht das Thema ganz oben auf meiner Agenda.

Besonders betroffen sind die drei Gemeinden Ostelbiens. Einzig im Zentrum der Verwaltungsgemeinschaft gibt es noch feste ärztliche Strukturen. Am Jahresende geht ein weiterer Hausarzt in den wohlverdienten Ruhestand. Aufgefangen werden soll die drohende Unterversorgung durch eine Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung in Triestewitz, die bisher nicht besetzt werden konnte. Für mich ist die sogenannte KV-Praxis aber keine Ideallösung; die Kassenärztliche Vereinigung muss nachbessern.

Grundsätzlich steht jeder Gemeinde eine eigene Praxis zu. Schließlich sollen auf jeden Hausarzt circa 1.700 Patienten kommen. Ostelbien hat insgesamt rund 7.000 Einwohner. Das ist leider wenig realistisch. Die beste Lage für eine KV-Praxis ist Beilrode. Hier ist die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden. Zudem ist Beilrode als Zentrum anerkannt. Großtreben-Zwethau würde bei der "Triestewitz-Lösung" hinten herunter fallen. Eine Verlagerung der geplanten Praxis ist für Arzberg wiederrum nicht vertretbar. Die Kassenärztliche Vereinigung muss über eine weitere KV-Praxis nachdenken. Zudem müssen die Ostelbier an einem Strang ziehen und sich vor allem in dieser Frage nicht gegeneinander ausspielen.

Insgesamt plädiere ich für eine aktive Politik, die den ländlichen Raum stärkt. Wenn wir erst auf Tatsachen reagieren, ist es zu spät. Zur Stärkung des ländlichen Raumes gehört meiner Meinung nach den Erhalt der wohnortnahen Bildungsinfrastruktur, die Sicherstellung der medizinischen Versorgung und das Schließen der Verkehrsinfrastrukturlücke.

Weitere Informationen über den Ostelbienverein, der mich eingeladen hatte:

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