Absage des Verkehrsministeriums an Schkeuditz kein böser Wille
Die Absage an Schkeuditz, dass es im Rahmen des Modellprojekts keine Lärmschutzwand entlang der Bahnanlagen gibt, sei seitens des Bundesverkehrsministeriums kein böser Wille, so die örtlichen Kandidaten für Land und Bund, Andreas Geisler und Jens Kabisch. Der Güterverkehrsring Leipzig profitiert auf Initiative des Leipziger Bundestagsangeordneten Rainer Fornahl vom eigentlich für das Rhein-Main-Gebiet geplanten Modellversuch. "Es stehen nur wenige Kilometer entlang Bahngleisen zur Verfügung", ergänzt Andreas Geisler, der für den Landtag kandidiert. Als Leipziger Bundestagsabgeordneter habe Fornahl das Pilotprojekt in seinen Wahlkreis gelenkt. Für Geisler und Kabisch habe Lärmschutz aber aller höchste Priorität. "Im Zusammenhang mit Lärm, der die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt, kann man nicht von 'niedriger Priorität' sprechen. Das versteht kein Mensch", so der SPD-Bundestagskandidat Jens Kabisch. Die Formulierung des Bundesministeriums sei unglücklich. Vielmehr hätte man auf die Zusammenhänge im Rahmen des Modellprojekts "Leiser Rhein" hinweisen sollen.
Mit den Aktivitäten der SPD-Ortsvereine Schkeuditz und Leipzig-Nordwest beweist sich eindeutig, dass Lärmschutz keine untergeordnete Rolle spielt. "Dort, wo viele Verkehrsträger zusammenkommen, muss gerade im Umfeld des Flughafens hinsichtlich des Lärmschutzes unweigerlich etwas passieren", fordern beide Kandidaten. Im Erfolgsfall des oben angeführten Pilotprojektes müsse eine Ausweitung auch auf Schkeuditz erfolgen. "Als Bundesverkehrsminister ist es Tiefensees Anliegen, Missstände hinsichtlich des Verkehrslärm auszuräumen", so Landtagskandidat Geisler weiter. Das Modellprojekt sei aber aufgrund der reglementierten Kilometerzahl für Ostdeutschland dafür zunächst ungeeignet.
Kabisch und Geisler begrüßten die Initiative Jörg Enkes. Dass sich aber der Flughafen-Chef Dierk Näther mit dem Schkeuditzer Oberbürgermeister überhaupt zusammengetan hat, sei schon verwunderlich. Noch im März habe sich Näther abfällig über Forderungen des Sächsischen Wirtschaftsministers Thomas Jurk geäußert. "Als Flughafen-Chef muss er sich unweigerlich den Betroffenen stellen", so Geisler. "Die wirtschaftliche Seite muss in der ganzen Diskussion einen Schritt nach Vorne machen. Wir brauchen endlich einen runden Tisch aller Beteiligten und keine weiteren Gutachten", sagt Jens Kabisch abschließend.