Lösungen nur im Miteinander von Politik und Wirtschaft

16. März 2009

(© Michael Strohmeyer)

Am Montagabend fand im Schkeuditzer Kulturhaus "Sonne" ein Bürgerdialog mit Staatsminister Thomas Jurk statt, bei dem es ausschließlich um die Lärmproblematik rund um den Flughafen ging. Das Thema ist für die SPD-Ortsvereine Leipzig-Nordwest und Schkeuditz und vor allem für den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit wegen der emotionalen Debatte nicht vergnügungssteuerpflichtig. Dennoch widmen sich beide Ortsgruppen intensiv diesem Thema und dennoch hat sich der Minister den Fragen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger gestellt.

Enttäuscht zeigte sich Jurk, dass sich Flughafen-Chef Dierk Näther nicht dazu entschlossen hat, am Bürgerdialog teilzunehmen. Dabei kann nur durch ein Miteinander von Politik und Wirtschaft eine nachhaltige Lösung erreicht werden.

In den Vorgesprächen zum Bürgerdialog haben wir drei vom Podium - Jurk, Geisler und Kabisch - über konkrete Vorstellungen im Hinblick auf die Lärmproblematik gesprochen und uns festgelegt. Verbesserungen für die Betroffenen - das ist das gemeinsame Ziel des Ministers und der SPD vor Ort. So stellen wir uns vor, das An- und Abfliegen nach dem Modell des Flughafens Hannover-Langenhagen zu gestalten. Hier fliegen Maschinen nach dem Start wesentlich länger in der Flucht der Start- und Landebahn und drehen erst in entsprechender Höhe über dünnbesiedeltem Gebiet ab. Der Flughafen Hannover ist dem Leipziger sehr ähnlich; was in Hannover geht, muss auch hier gehen. Zudem soll die Schubumkehr zum Zweck des schnelleren zum stehen Kommens nicht mehr benutzt werden, um sich ökonomische Vorteile zu verschaffen. Des Weiteren sprechen wir uns für mehr aktiven Lärmschutz aus, vor allem im technischen Bereich. Hiermit meinen wir leisere Maschinen, beispielsweise vom Typ Boeing 777. Die älteren Maschinen müssen mittelfristig ausgemustert werden. Auch weitere Maßnahmen des aktiven Lärmschutzes werden geprüft. Außerdem wird eine dauerhafte und ehrliche Gleichverteilung der Flugbewegungen auf beide Start- und Landebahnen angestrebt. Auch hier dürfen ökonomische Vorteile, die zu Lasten der Lebensqualität gehen, nicht ausschlaggebend sein. Hinsichtlich der Soldatenflüge herrschte Einstimmigkeit darüber, dass diese als Passagierflüge zu deklarieren und demnach ausschließlich tagsüber abzuwickeln sind.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema "Lärm"?

Weiterführende Informationen:

Informationen der DFS zum Flugverhalten an deutschen Flughäfen

Homepage von Landtagskandidat Andreas Geisler