Rathaus II: Schkeuditzer Verwaltung wird bürgernah

14. November 2009

Richtungsweisende Entscheidung fällt der Stadtrat öfter, zukunftsweisende auch. In den letzten Jahren gehörten Entscheidungen über millionenschwere Bauvorhaben in diese Kategorien: das Heimatmuseum am südlichen Stadteingang, der Hortneubau in der Stadtmitte, der Neubau der Thomas-Müntzer-Grundschule in Wehlitz, der Umzug und Neubau des Gymnasiums im Zentrum und schließlich der Rathauserweiterungsbau, kurz "Rathaus II". All das lässt Schkeuditz verändern. In den 20 Jahren nach der Wende hat sich in unserer Stadt viel getan, viel zum Guten. Viel bleibt dennoch liegen, aber die Elsterstadt entwickelt sich.

Der November-Stadtrat hat der innerstädtischen Bebauung ein weiteres Puzzlestück hinzugefügt: Auf der südwestlichen Freifläche des Rathausplatzes, künftig Rathausplatz 7, in der Nähe des Straßenbahndepots, investiert die Stadt rund 2,4 Millionen Euro – davon 40 Prozent Eigenmittel – in eine Außenstelle des Rathauses. Mehr Aufgaben, auch im Zuge der Ernennung zur Großen Kreisstadt und der nun wahrwerdende Traum der uneingeschränkten Bürgernähe samt Barrierefreiheit machen ein zweites Rathaus nötig. Das ursprünglich geplante Energie-Plus-Haus hat sich als nicht finanzierbar erwiesen, die abgespeckte Variante in futuristischer Prisma-Bauweise mit Photovoltaik und Geothermie steht dem in nichts nach. Aus städtebaulichen Gesichtspunkten wird sich das Projekt als alternativlos erweisen, da bin ich sicher. Im Dezember wird die letzte verbliebene Staubwüste am Rathausplatz bundesweit zum Verkauf und zur Bebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus ausgeschrieben. Es besteht die Chance, alle Lücken am Rathausplatz zu schließen und die Innenstadtentwicklung weiter voranzutreiben.

Herzstück des Neubaus, der 2011 fertig sein soll, wird das sogenannte Bürgeramt. Von der früheren Bezeichnung "Bürgerbüro" ist die Stadtverwaltung abgewichen, weil diese durch das temporäre Intermezzo des nun augenscheinlichen CDU-Wahlkampf-"Bürgerbüros" in der Friedrich-Ebert-Straße missbraucht wurde. Die Stadtverwaltung hingegen meint es ernst, die SPD noch ernster: Eindringlich haben wir den Oberbürgermeister mit einem Antrag aufgefordert, sich gegenüber dem Landratsamt aktiv für ein echtes Bürgeramt einzusetzen, in dem beispielsweise auch eine Kfz-Zulassungsstelle eingebunden wird. Den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir lange Wege in die Städte dauerhaft der Kreisverwaltung ersparen. Erst dann hat die Stadt einen zentralen Anlaufpunkt für Angelegenheiten, die es zu erledigen gilt.

Weiterführende Information:

SPD-Antrag "Bürgerbüro mit umfassendem Dienstleistungsangebot"