Aufruf für verkehrsträgerübergreifende Lärmuntersuchungen

25. September 2009

Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich der Bundestagsabgeordnete Rainer Fornahl und ich an den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk, gewandt, um auf ein bisher ungehörtes Problem seitens der Planungsbehörde (Landesdirektion Leipzig) aufmerksam zu machen. Dabei handelt es sich um die Lärmuntersuchungen im Zusammenhang mit den Planungen zur Bundesstraße 87 neu, die unserer Meinung nach gemeinsam mit anderen Lärmquellen erfolgen soll. Für die Planungen rund um dieses Verkehrsprojekt ist die CDU-geführte Landesdirektion zuständig. Diese hat sich einer verkehrsübergreifenden Lärmuntersuchung bisher immer widersetzt. Auch im Bereich des Flughafens ist eine verkehrsträgerübergreifende Messung unabdingbar.

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

der Bau der Bundesstraße B87neu ist für die Region Nordsachsen von großer Bedeutung. Eine überregionale Einbindung erfährt diese Straßenverbindung im Rahmen des LeiLa-Konzeptes.

Vor diesem Hintergrund erachten wir dieses Straßenprojekt für unverzichtbar. Gerade auch deswegen nehmen wir die Bedenken der Menschen gegenüber den in Rede stehenden, möglichen Trassenverläufen sehr ernst und stehen mit verschiedenen Interessengruppen, Bürgerinitiativen und Kommunalverwaltungen schon länger in Kontakt.

Im Nachgang einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zur B87neu am 17.09.2009 in Taucha, an der wir beide teilnahmen, wenden wir uns mit einer Bitte an Sie.

Die Planungen für die B87neu stehen unmittelbar vor Beginn des Raumordnungsverfahrens. Vorgeschaltet ist die Teilfortschreibung des Regionalplanes zur Einarbeitung der B87neu. Von der B87neu werden nach Fertigstellung durch die verkehrliche Nutzung teilweise erhebliche Lärmemissionen ausgehen. Dabei ist im Leipziger Raum zu erwarten, dass diese Emissionen auf Lärm von anderen Lärmquellen treffen: beispielsweise vom Flugverkehr, vom Eisenbahnverkehr oder von anderen Bundesfernstraßen.

Deshalb sind nach unserer Einschätzung verkehrsträgerübergreifende Lärmuntersuchungen für alle zu untersuchenden Trassenkorridore zwingend erforderlich. Diese sind jedoch nach unseren Informationen für die Planung der B87neu bisher nicht vorgesehen.

Das ist für uns wegen der zu erwartenden kumulativen Lärmemissionen in den derzeit zu untersuchenden Korridoren nicht hinnehmbar. Deshalb fordern wir auf diesem Wege dringend verkehrsträgerübergreifende Lärmuntersuchungen ein.

Rainer Fornahl, MdB                     Jens Kabisch