Österreich: Heinz Fischer bleibt Bundespräsident
Der SPÖ-Politiker Heinz Fischer bleibt Bundespräsident der Republik Österreich. Der 71-jährige setzte sich mit großer Mehrheit gegen seine Mitbewerber durch und ist für weitere sechs Jahre Staatsoberhaupt der Alpenrepublik. Er erreichte etwa 80 Prozent der Stimmen und konnte in allen Bundesländer die absolute Mehrheit erlangen.
Heinz Fischer ist Mitglied der österreichischen Schwesterpartei der SPD. Seit seinem Amtsantritt am 8. Juli 2004 ruht seine Parteimitgliedschaft. Fischer gilt wegen seines überparteilichen und unabhängigen Charakters als Idealbesetzung für die Hofburg, den Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten.
1975 wurde Fischer nach seiner Wahl in den Nationalrat Klubobmann (= Fraktionsvorsitzender) der SPÖ-Fraktion, später stellvertretender Parteichef und Wirtschaftsminister unter Bundeskanzler Fred Sinowatz (ebenfalls SPÖ). Bei der Hofburg-Wahl 2004 erreichte Fischer 52,39 Prozent der Stimmen und verwies die ÖVP-Politikerin Benita Ferrero-Waldner, die später in der Kommission Barroso für Außenpolitik zuständig war, auf die Plätze.
Erstmals durften auch Jugendliche ab 16 Jahre ihre Stimme abgeben. Anders als in Deutschland wird der Bundespräsident in Österreich direkt vom Volk gewählt. Seine Amtszeit beläuft sich auf sechs Jahre. Die Verfassung räumt dem Präsidenten viele Befugnisse ein. So darf er etwa den Bundeskanzler auswählen und die gesamte Regierung auswechseln. In der Praxis aber gilt das Bundespräsidentenamt in Österreich ebenso wie in Deutschland als Repräsentationsposten mit wenig Einfluss.
Weiterführende Informationen:
Internetseite von Dr. Heinz Fischer
Internetseite des Bundespräsidenten der Republik Österreich

