Mehrgenerationenhäuser nicht aufs Spiel setzen

28. Dezember 2010

Die Kreisvorsitzende der nordsächsischen SPD, Ursula Fritzsche und ihr Stellvertreter Jens Kabisch fordern ein durch die Bundesregierung aufgelegtes Anschlusskonzept für das Aktionsprogramm "Mehrgenerationenhäuser". Ab 2011 würde der jährliche Bundeszuschuss planmäßig auslaufen. "Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ist es bisher nicht gelungen, eine tragfähige Anschlussfinanzierung für die bundesweit 500 Häuser zu entwickeln", urteilt Fritzsche. Auch im Landkreis Nordsachsen seien durch das 2006 auferlegte Programm in Arzberg, Delitzsch und Dommitzsch drei solcher Häuser entstanden, die sich zu "nicht mehr wegdenkbaren Einrichtungen" etabliert hätten.

"Die sozialen Angebote sind wichtig und brauchen eine gesicherte Zukunft. Mehrgenerationenhäuser sind Orte für das beispielhafte Miteinander von Jung und Alt. Mithilfe solcher Treffpunkte für Menschen aller Altersgruppen können wir die Chancen des demographischen Wandels nutzen. Dafür dürfen wir das bisher Erreichte aber nicht auf Spiel setzen, indem wir Fördermittel für Mehrgenerationenhäuser ersatzlos auslaufen lassen", betont Fritzsche. Diese Gefahr bestehe aus Sicht Ihres Kreisverbandes.

"Das Konzept ist im Landkreis Nordsachsen voll aufgegangen", erklärt der stellvertretende SPD- Kreisvorsitzende Jens Kabisch. Daher wolle die SPD verhindern, dass ab Herbst 2011 die ersten erfolgreichen Mehrgenerationenhäuser schließen müssten. "Die SPD-Bundestagsfraktion hat bereits Eckpunkte für eine Anschlussfinanzierung vorgelegt", ergänzt Kabisch. Immerhin würden jährlich 40.000 Euro fehlen.

Für viele Mehrgenerationenhäuser bedeute das finanzielle Vakuum einen Kampf ums Überleben. "Vor diesem Hintergrund muss die Bundesregierung so schnell wie möglich ein Anschlusskonzept für die Mehrgenerationenhäuser vorlegen", fordert Fritzsche, Mitglied im Landesvorstand der SPD. Das mit Beginn des Jahres 2012 angedachte Folgeprogramm, bei dem die Kommunen stark eingebunden werden soll, reiche nicht aus und sei wieder nur befristet. "Die Kommunen allein werden das nicht schultern können", schließen beide ab.