Lehmann-Grube: "Schkeuditz ist gut aufgestellt"

08. Juni 2010

Dr. Hinrich Lehmann-Grube

Der Schkeuditzer Stadtentwicklung stellte Hinrich Lehmann-Grube ein gutes Zeugnis aus. Der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister war Gast des jüngsten Bürgerdialoges, bei dem Fluch und Segen von Schkeuditz' Lage zwischen Leipzig und Halle diskutiert wurden. "Schkeuditz ist gut aufgestellt", befand der 78-jährige. Dabei stellte er fest, dass die positive Entwicklung auch durch die Lage zwischen den beiden Oberzentren bedingt wird. So habe die Elsterstadt "sehr gute Voraussetzungen" zur Ansiedlung von Unternehmen; die Verkehrsinfrastruktur "könnte besser nicht sein". "Das ist ein Pfund, mit dem ihr wuchern müsst", richtete sich der SPD-Politiker an die Adresse des Oberbürgermeisters, der unter den Gästen war.

Außerordentlich wichtig sei, so Lehmann-Grube, dass bereits jetzt "eindrucksvolle Zentrum" der Stadt. Dieses müsse weiterentwickelt werden – "eine schwierige Balance zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen". Auch im Hinblick auf die städtische Identität habe es in den letzten Jahren Zugewinne gegeben. In diesem Zusammenhang widersprach er der These Schönes, Leipzig würde mit einem Auge auf Schkeuditz schielen. "Ich wollte Schkeuditz nicht", erinnerte sich Lehmann-Grube an seine Zeit als Oberbürgermeister. "Das ist auch heute so", ergänzte er.

Für die Zukunft empfiehlt Hinrich Lehmann-Grube, die Nachbarschaft zu Leipzig und Halle zur Tugend zu machen und die Regionalentwicklung zu forcieren, ohne staatliche Einheiten, wie den Zusammenschluss mehrerer Bundesländer, anzustreben. "So etwas geht an der politischen Realität vorbei, auch wenn noch so viele Gründe dafür sprechen würden", weiß Lehmann-Grube aus jahrzehntelanger kommunalpolitischer Erfahrung. "Schkeuditz muss ein kräftiges Mittelzentrum werden", so das Fazit Lehmann-Grubes. Dazu müsse die Stadt von der Bevölkerung "Eigeninitiative abfordern", damit "Vitalität und Lebendigkeit" zum bestimmenden Charakter der Stadt werden. Gleichgültigkeit oder die Auffassung "alles läuft einigermaßen", dürften sich, wie beispielsweise zur Oberbürgermeisterwahl, nicht ausbreiten. "Um eine solide langfristige Entwicklung für Schkeuditz ist mir nicht bange", so der sechste Gesprächsgast abschließend.

Weiterführende Information:

Informationen zu der Veranstaltungsreihe "Schkeuditzer Bürgerdialoge"