"Wenn wir in der Mitte fahren, gehört die Straße uns!"
Jens Kabisch ist zum stellvertretenden Kreisvorsitzender der nordsächsischen SPD gewählt worden. Auf dem ordentlichen Parteitag in Eilenburg erhielt der 25-jährige 91 Prozent der Stimmen. "Bereits zum zweiten Mal habe ich einen haushohen Vertrauensbeweis erhalten", freut sich Kabisch im Anschluss an seine Wahl. 2009 sei er mit einem ähnlich guten Ergebnis zum Bundestagskandidaten nominiert worden.
In seiner Rede griff Kabisch, der auch Stadtrat in Schkeuditz ist, die Probleme der nordsächsischen SPD auf: "Der bisherige Kreisvorstand war wenig politisch, wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben", fasst Kabisch zusammen. Den Delegierten und dem neuen Vorstand schrieb er ins Stammbuch, dass die SPD Nordsachsens wieder eine politische Kraft werden müsse – "und darüber hinaus eine Bestimmende". Nach Ansicht von Kabisch habe die SPD in Nordsachsen Potenziale, die das neugewählte Gremium nutzbar machen müsse. Aufgabe des neuen Vorstandes sei es, "die Mitglieder zusammenzuführen, deren Kräfte zu bündeln, bewusst einzusetzen und zur rechten Zeit abzurufen", fordert Kabisch, der zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt wurde.
In seiner Rede kritisierte er die politischen Verantwortungsträger Nordsachsens, die "bewusst gegen die Lebenswirklichkeit in deren Wahlkreisen verstoßen". Erst kürzlich hätten die "Herren Landtagsabgeordneten" in namentlicher Abstimmung gegen den Antrag zur Aufhebung der Kürzungen im Jugendbereich gestimmt. Die Czupallas, Kolbes, Tiefensees, Kupfers und Seidels seien eben nicht der Inbegriff des Politikers schlechthin, "zumal deren Versäumnisse und Fehleinschätzungen in der Landes- und Kommunalpolitik immer offensichtlicher werden", so der Sozialdemokrat vor rund 70 Delegierten und zahlreichen Gästen.
Als nordsächsischer SPD-Vize könne Kabisch sein Engagement im Zuge der Bundestagswahl auf Landkreisebene fortsetzen. Nordsachsen habe in vielerlei Hinsicht politische Impulse nötig. "Unser Finger gehört in die Wunde des politischen Gegners. Fehler müssen wir aufdecken. Lösungen müssen von uns kommen", sagte Kabisch im Eilenburger Bürgerhaus.
Gemeinsam mit der zur Kreisvorsitzenden gewählten Ursula Fritzsche steht Kabisch dem neunköpfigen Gremium vor. "Gemeinsam mit den Mitgliedern unserer Partei werden alles dafür tun, dass es zwei erfolgreiche Jahre werden", so Kabisch abschließend. Als Richtung gab Kabisch vor: "Wenn wir in der Mitte fahren, gehört die Straße uns!"
Weiterführende Information:
Der neugewählte Kreisvorstand - Informationen auf spd-nordsachsen.de
Rede von Jens Kabisch auf dem Parteitag der nordsächsischen SPD
