Etappenziel erreicht: BWL-Studium abgeschlossen

03. November 2010

Abgeschlossenes BWL-Studium, offene Türen

Es hat etwas länger gedauert als geplant und war schwerer als zu Anfang gedacht, das BWL-Studium an der Universität Leipzig. Trotz mancher Widrigkeit hat dieser Lebensabschnitt am 2. November ein gutes Ende genommen. Ab der Ausfertigung meines Diplomzeugnisses darf ich mich als einer der letzten Absolventen der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig "Diplom-Kaufmann" nennen. Das einst stolze deutsche Diplom ist nicht mehr und wird zeitnah von internationalisierten Studienabschlüssen "Bachelor" und "Master" ersetzt. Ich aber bin stolz auf das Diplom, ich bin stolz auf mein Diplom mit Prädikat "gut".

Dem Lernen und den Studenten gegenüber geäußerten Vorteilen überdrüssig, wurde es Zeit. Durch die engagierte Studienpause im Zuge meiner Kandidatur für den 17. Deutschen Bundestag hat sich alles etwas verzögert - letztlich gewollt. Hinzu kamen Turbulenzen im Sommer dieses Jahres. Nun aber ist es soweit.

Direkt von der Penne, frisch mit der Hochschulreife ausgestattet, bin ich 2004 mit Freude ans Werk gegangen. Dieser Freude auf das Neue hat sich von Anfang an Naivität beigemischt: Zu lachsig und zu sehr unter dem Eindruck des hervorragenden Abiturs habe ich das Studium in Semester eins zu unernst genommen. Das hat sich schnell gewandelt. Dennoch haben die notwendige Selbstorganisation nach dem man als "Ersti" erst mal im kalten Wasser lag und vor allem die übergroße Stoffmenge bis zum Schluss die ein oder andere Untiefe zu Tage gefördert. Mit dem organisatorischen Wissen heute wäre Einsparpotenzial hinsichtlich der Studiendauert von mindestens einem Semester denkbar.

Hinzu kommt: BWL ist das beliebtestes Studienfach in Deutschland - bei vielen eine Verlegenheitslösung, bei mir nicht. Geprägt von einem wirtschaftswissenschaftlichen Abitur war der Weg vorgezeichnet, auch in der Familie haben die, die studiert haben, "Wirtschaft" studiert. Volle Hörsäle, übervolle Seminare - die Zeit des Grundstudiums war nicht einfach, quälte man sich doch mit dem breiten Feld der Wirtschaftswissenschaften. Das wurde im Hauptstudium nach bestandenem Vordiplom zu meist besser. Jetzt hatte ich die Qual der Wahl, konnte mir meine Spezialisierungen selbst suchen und fand die, die mich interessierten und wohl zu den mit dem meisten Stress- und Frustpotenzial gehörten: Externe Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre sowie Finanzwissenschaften, hinzu kamen die Pflichtbereiche Allgemeine Betriebs- und Volkswirtschaftlehre und - zu guter Letzt - eine Diplomarbeit. In etwa 50 Einzelleistungen, in der Regel Klausuren unterschiedlichster Zeitdauer, liegen nun hinter mir. Und: Der Ernst des Lebens beginnt. Ich freue mich darauf.