"Grundschulnetz nicht weiter ausdünnen"

16. November 2010

Der Landkreis Nordsachsen

Am 11. November 2010 besuchte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Eva-Maria Stange in Begleitung von Heiko Wittig und Jens Kabisch die ostelbische Gemeinde Arzberg. Anlass war die Perspektive der Grundschule Arzberg, die in diesem Jahr nur knapp einer beginnenden Schließung entgangen war.

Im Gespräch mit Bürgermeister Hartmut Krieg wurden die Chancen für ein Überleben kleiner Grundschulen im ländlichen Raum diskutiert. "Wir brauchen nicht nur ein Moratorium für Mittelschulen, sondern ein ebensolches für Grundschulen", betonte Stange mit Blick auf die Ankündigungen der sächsischen Regierungskoalition. "Wir brauchen aber ein echtes Moratorium, damit wir Zeit für nachhaltige Lösungen gewinnen, ehe die Schulverwaltung die Standorte geschlossen hat." Sie sehe diese vor allem in mehr Gestaltungsmöglichkeiten und damit Verantwortung für die Schulträger und Schulen vor Ort. "Wenn eine Schule jahrgangsgemischte Klassen hat, dann erreicht sie beispielsweise mit Jahrgangsstärken von zehn Schülern eine gute Klassengröße, die dem Freistaat keinen Cent mehr Geld kostet. Unsere Grundschulen sind pädagogisch dazu in der Lage. Wir brauchten so keine einzige Grundschule mehr zu schließen, könnten im Gegenteil sogar wieder Schulen wohnortnah neu einrichten."

Unverständnis äußerte Stange für die Schließung der Hofer Schlossschule. "Die Schülerzahlen der nächsten Jahre sind ansteigend", haben Wittig und Kabisch zuvor dargestellt. Deshalb werde, so Wittig, die Schlossschule in der Fortschreibung des Schulnetzplanes des Landkreises festgeschrieben, den die SPD/Grüne-Fraktion im Kreistag im Spätsommer in Auftrag gegeben hatte.

Abschließend stellten die drei SPD-Politiker klar, dass die Struktur des Schulnetzes insbesondere im Grundschulbereich keine weitere Ausdünnung zulasse. "Wir werden einen Entwurf für ein Schulgesetz erarbeiten, in dem die Schulen des ländlichen Raumes stärker verankert sind", versprach die stellvertretende Landes- und Fraktionsvorsitzende Stange zum Abschluss.