Tankamnesie: Kolbes Rückfall "nicht entschuldbar"
"Einmal mag verzeihbar sein, zweimal ist peinlich, dreimal setzt dem Ganzen eine unrühmliche Krone auf", zeigt sich Jens Kabisch zur neuerlichen Tankamnesie des CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Kolbe entsetzt.
In den Jahren 2002, 2008 und 2010 habe Kolbe die für das Tanken nötige Gegenleistung insgesamt dreimal nicht erbracht. Nur mit wenig stichhaltigen Ausreden habe er sich bisher aus der Affäre ziehen können. "Eine einfache Entschuldigung und das verspätete Begleichen der säumigen Beträge hätte bei Menschen mit weniger Leumund zu deutlich mehr Ärger geführt", ist sich Kabisch sicher. Immerhin handele es sich um einen Straftatbestand. Das dürfte auch der studierte Jurist und ehemalige Biedenkopf'sche Justizminister Kolbe wissen – "Vorsatz hin oder her". Daran ändere auch die aus seinem Mandat folgende Immunität nichts.
"Übergroßer Parlamentsstress oder Termindruck: Egal womit sich die wiederholte Posse scheinbar begründen lässt, entschuldbar ist sie nicht", setzt Kabisch fort. Einem Bundestagsabgeordneten werde dieses Verhalten nicht gerecht, seiner gesellschaftlichen Vorbildfunktion gleich gar nicht. Auch die Aussage, 'keine konkreten Erinnerungen an den Vorgang' zu haben, lege die Vermutung nahe, dass hier jemand Grenzen überschreitet. Bereits in seiner persönlichen Tankbetrugs-Erklärung vom 14. November 2008 habe sich Kolbe an den seinerzeitigen Vorfall nicht erinnern können und das Nichtbezahlen mit Hauptstadtstress begründet.
"Der Herr Abgeordnete muss sich ernsthaft fragen, wie er bei dreimaligen Verfehlen von Zufall sprechen kann", stellt Kabisch klar. Mit seinen zwielichtigen Erinnerungsverlusten schade er nicht nur sich, seiner Partei und seinem Wahlkreis, sondern als Repräsentant derer auch der Demokratie insgesamt. "Um stillen Protest gegen zu hohe Spritpreise wird es sich wohl nicht gehandelt haben", schließt Kabisch ab.
Der 25-jährige Schkeuditzer Jens Kabisch hatte den Politprofi Manfred Kolbe bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr erfolglos herausgefordert.