Gymnasium: Chance für Standort Schkeuditz nutzen
Mit überschaubarer Tagesordnung startete der Stadtrat der fünften Legislatur ins nunmehr mehr als 20 Tage alte neue Jahr. Der Schwerpunkt lag auf Beschlüssen zum Vorgriff auf den Haushalt 2011, der nach aktuellen Informationen aus der Kämmerei im März beschlossen werden könnte. So haben die Parlamentarier einstimmig Fahrtkostenzuschüsse für die Lessing-Mittelschule und das hiesige Gymnasium beschlossen. Für beide Bildungseinrichtungen stehen maximal 120 Euro pro Schüler der fünften bis siebten Klassen zur Verfügung. Die Auszahlung des städtischen Zuschusses erfolgt grundsätzlich nach Vorlage des Antrages und der Kopie der Schülerfahrkarte. Ziel der SPD-Fraktion ist es, den Fahrtkostenzuschuss bei sich verbessernder Haushaltssituation auf weitere Klassenstufen auszudehnen.
Information des Landratsamtes lässt (Finanz-)Fragen offen
Mitte Dezember hatte die Nachricht, dass es Probleme bei der Umsetzbarkeit der Planungen zum Neubau des Gymnasiums gibt, für Aufsehen gesorgt. Es hatte sich in der heißen Phase herausgestellt, dass der Container vom jetzigen Standort in Papitz nicht wie geplant ins Zentrum verlagert werden kann. Auf Antrag der SPD-Fraktion hatte das Landratsamt bei der Januar-Sitzung dazu Stellung zu beziehen. Bei der jetzt eingetretenen Situation handele es sich um eine "punktuelle Änderung", versuchte der Leiter des Eigenbetriebes Kommunale Bildungsstätten, Dr. Artur Beuchling, zu beruhigen. Bei genauerem Hinsehen habe sich das Cadolto-Containersystem aus verschiedenen Gründen als nicht umsetzbar erwiesen: Nassestrich statt Trockenestrich, ein Feuerfestigkeitsgrad von 30 statt 90 Minuten. Nur mit hohem finanziellem Aufwand hätte der Container, in dem sämtliche Fachkabinette beheimatet sind, ertüchtigt werden können.
Trotz der Probleme sieht Beuchling den Bau im Plan, das Gesamtbudget von 5,3 Millionen Euro wird aufgrund dieser Posse nicht ausgeschöpft werden. Wenn die Bauarbeiten planmäßig voran gehen, stehe einer Inbetriebnahme zum Schuljahresbeginn 2011/2012 nichts im Wege, versicherte er. Oberbürgermeister Enke ergänzte, dass trotz fehlender Cadolto-Räume im Stadtzentrum mehr Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, als am bisherigen Standort. Voraussichtlich ab 2012 wird ein weiterer Bauabschnitt die Raumlücke schließen - bestenfalls in einem Atemzug mit der Turnhalle. Die Fördermittelsituation hierzu ist allerdings ungewiss. Abschließend bestätigte Beuchling Aussagen der SPD-Fraktion, dass eine "verbesserte Bauhülle" die Attraktivität des Gymnasiums steigere.
Hochwasserlage zu jeder Zeit unter Kontrolle
Im Anschluss an die Bauinformationen und die Beschlussfassung informierte Oberbürgermeister Enke umfassend über die Hochwasserlage in Schkeuditz in Folge der Öffnung des Nahle-Auslassbauwerkes und der dadurch entstandenen Flutung der Burgaue. Durch das besonnene und umsichtige Handeln der Verwaltung konnten auf Schkeuditzer Gebiet schlimme Schäden verhindert werden, selbst ohne Erfahrungswerte besteht keine Gefahr für die Stadt mit deren Ortsteilen. Mit mehreren Tausend Sandsäcken sicherte die Schkeuditzer Feuerwehr die Domholzschänke, auch die Deiche im Stadtgebiet, allen voran die im Norden der Ortslage Kleinliebenau, hielten. Das Hochwasserschutzkonzept der Stadt hat sich im Verlauf dieser ernsten Situation bewährt.
