Nordwestaue: Exkursion schärft Blick für Waldpflege
Mit festem Schuhwerk (aufgrund des anhaltenden Hochwassers waren Gummistiefel ratsam) bekleidet stapfte eine Handvoll städtischer Parlamentsvertreter im Rahmen eines Waldbegangs durch einen Teilbereich des Auwaldes. Gemeinsam mit dem Leipziger Forstbezirk des Staatsbetriebes Sachsenforst hatte die Stadtverwaltung die Exkursion organisiert. Der zweistündige Rundgang vermittelte Informationen über Waldpflegemaßnahmen in diesem Bereich.
Jährlich wachsen Sachsen Wälder um etwa fünf bis sechs Kubikmeter pro Hektar ohne menschliches Zutun. Zu einem nicht unerheblichen Teil reproduziert sich der Wald also selbst. Etwa vier Kubikmeter pro Hektar pro Jahr werden im Zuge von Durchforstungsarbeiten "geerntet". Dem Wald bleibe damit, so Carsten Pietsch vom Staatsbetrieb Sachsenforst, ein Viertel bis ein Drittel seines Wachstums erhalten. Dabei werden vor allem kranke Bäume, untypische Gehölze und zu eng stehende Pflanzen geschlagen. Zwei Markierungen weisen den Spaziergänger darauf hin: "Grün" steht für zu erhaltende Bäume, deren Wachstum besonders gefördert wird (sogenannte Zukunfts-Bäume, Z-Bäume); rote oder orangene Markierung weisen hingegen daraufhin, dass die Bäume gefällt werden - aus verschiedenen Gründen, aber, so Pietsch, in jedem Fall vom Naturschutz gedeckt. Diese werden dann entweder vermarktet oder zur genehmigten Abholzung freigegeben, um beispielsweise Kaminholz zu schlagen.
Von der Notwendigkeit der Waldpflege wurde beim Rundgang informiert, ebenso über die für den Auwald typischen Baumarten und über gezielte Aufforstungsmaßnahmen.
