Rathaus II erhält hochwertige Fassadengestaltung
Neben dem Haushaltsbeschluss fasste der Stadtrat im Laufe seiner Märzsitzung weitere wichtige Beschlüsse. In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Haushalt stand die Entscheidung, welche Fassade das am westlichen Rathausplatz entstehende zweite Rathaus bekommen soll - eine einfache Silikatputzfassade mit Wärmedämmverbundsystem oder die hochwertige Tonziegelplattevariante auf einer hinterlüfteten Wärmedämmung. Mit Stimmenmehrheit entschieden sich die "Stadtväter", so die etwas antiquierte Bezeichnung der Stadträte, für die kostenintensivere Tonziegelvariante, die auch bei den Vorberatungen im Technischen Ausschuss präferiert wurde.
Ganz ursprünglich sollte das Rathaus II als Energie-Plus-Haus für 3,5 Millionen Euro entstehen. Schlechte Förderbedingungen machten diesen Plan zunichte, sodass das Projekt um 1,1 Million Euro abgespeckt wurde. Im laufenden Verfahren wurde die Photovoltaikanlage, die auf dem eigens dafür konzipieren Schrägdach entstehen soll, an die Stadtwerke Schkeuditz GmbH ausgegliedert, sodass das Budget um weitere 200.000 Euro wuchs. Es kam aber wie bei öffentlichen Bauvorhaben scheinbar üblich: Viele Lose verursachten Kostensteigerungen, das Budget wurde zusehends aufgezehrt. Jetzt, beim entscheiden Schritt Fassadengestaltung wurde das Budget so eng, dass nur die Putzvariante möglich schien. Ein gestiegener Gewerbesteueransatz aber machte eine Aufstockung des Budgets möglich, sodass sich 12 Stadträte nach kurzer Für- und Widerdiskussion der Verwaltungsvorlage anschlossen.
Ich selbst habe für die Variante Tonziegelplatten gesprochen und das Rathaus als "zentralstes Bauprojekt der letzten Jahre" bezeichnet, welches zudem "innenstadtprägend" sein wird. Ähnlich äußerte sich auch Bauamtsleiter Wolfgang Walter, der den Bau als "Markstein der südlichen Rathausplatzbebauung" bezeichnete. Seit mehreren Jahrzehnten plant die Verwaltung ein Rathauserweiterungsbau, um den gestiegenen (Platz-)Bedürfnissen infolge der städtischen Entwicklung gerecht zu werden. Dazu heißt es in der Beschlussvorlage: "Heute dominieren in der Randbebauung das Rathaus, das Rathauscarrées und in ihrer Sichtachse das neue Bürgeramt. Rathaus und Bürgeramt verkörpern die frühere und heutige Leistungsfähigkeit der Stadt Schkeuditz."
