Jubiläum einer deutsch-deutschen Partnerschaft
Der Kalender zeigte den 12. April 1991. Wenige Monate nach dem Fall der Berliner Mauer und nur vier Jahre nach einem ersten Kennenlernen setzen die Bürgermeister Peter Blechschmidt für Schkeuditz und Gerhard Helbing für Bühl ihre Unterschriften unter die Partnerschaftsurkunde und gießen damit das Fundament einer außergewöhnlichen Freundschaft. Seit zwei Jahrzehnten besteht die Städtefreundschaft, zur Porzellanhochzeit hatte sich eine rund 30-köpfige Delegation aus Schkeuditz nach Bühl begeben (6. bis 8. Mai), um den Geburtstag gemeinsamen mit "europäischen Gefährten" zu begehen. Neben der Verbindung Bühl-Schkeuditz feiert die badische Stadt auch Geburtstag mit dem Rajon Călărași in Moldawien.
Die Oberbürgermeister der Jubilare, Jörg Enke und Hans Striebel, würdigten zu Beginn ihrer Festansprachen die Bedeutung der europäischen Einheit, ohne die die Partnerschaften von Bühl aus ostwärts gesehen nicht möglich gewesen wären. Zudem kamen die Partnerschaften zu Bühl - und übrigens auch zu Seelze - zum richtigen Zeitpunkten: Beide Städte halfen in Schkeuditz eine leistungsfähige Verwaltung aufzubauen. Oberbürgermeister Enke würdige die Bühler Verdienste für Schkeuditz damit, dass es seinerzeit gelungen sei, als erste Stadt in Sachsen die notwendigen Unterlagen zur Erlangung von Fördermitteln für die Sanierung der Innenstadt beizubringen. Neben dem Aufbau der Verwaltung half badisches Know-how auch bei der Gründung und dem Aufbau der Stadtwerke.
Eingebettet war das Freundschaftsjubiläum in das Gesamtprogramm der Heimattage Baden-Württemberg. So besuchte die Delegation auch die 4. Bühler Leistungsschau und den gemeinsamen Stand der Stadtwerke Bühl und Schkeuditz sowie den Markt der Möglichkeiten mit Ständen der Stadt Schkeuditz, des Leipziger Neuseenlandes und der nordsächsischen Mühlenregion. 20 Jahre nach der politischen und wirtschaftlichen Wende zeigt eine ganze Region ihr Potenzial.
Bereits Ende Juni rückt der Gegenbesuch aus Bühl an. Im Rahmen des 20. Schkeuditzer Stadtfestes, welches vom 23. bis 26. Juni stattfindet, wird der zweite Teil der Porzellanhochzeit begangen. Für das Bühler Stadtoberhaupt, der seit 1992 im Rathaus ist und wesentliche Teile der Partnerschaft begleitet hat, wird es der letzte Besuch im Amt sein. Ende des Jahres scheidet er freiwillig aus dem Oberbürgermeisteramt.
