Innovation auf dem Bürgeramt: Stromproduktion für Eigenverbrauch und Einspeisung

22. April 2012

Photovoltaikanlage und Tonplattenfassade

Es sei eine "Innovation bis in die letzte Ecke". Als eine solche bezeichnete Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) die am Donnerstagnachmittag offiziell eingeweihte Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach des Bürgeramtes. "Innovation bis in die letzte Ecke" - letztlich nur aufgrund der Beharrlichkeit meiner Fraktion. Nach der offiziellen Fertigmeldung im Stadtrat fehlte das komplette untere Dreieck - von einer Innovation und einer souveränen Planungsleistung konnte keine Rede sein. Reichlich ein halbes Jahr hat es gedauert, bis der untere Teil der Dachfläche mit weiteren PV-Modulen bedeckt werden konnte. Ohne Augenzwinkern und Süffisanz umging dieses Thema bei der Einweihung niemand.

Jetzt aber ist sie komplettiert und produziert - sofern die Sonne ausreichend scheint - fleißig Strom, der zuerst im Rathaus II selbst verbraucht wird. Die Strommenge, die nach dem Eigenverbrauch übrig bleibt, wird dann ins Netz der Stadtwerke Schkeuditz eingespeist - dafür erhält das städtischen Unternehmen vom Übertragungsnetzbetreiber eine sogenannte Einspeisevergütung, eine Vergütung die aufgrund politischen Willens mehr und mehr sinkt. Da die Schkeuditzer PV-Anlage aber schon längere Zeit Strom produziert, bleibt die Vergütung auf höherem Niveau, als es heute besteht.

Insgesamt 252 Standard-Solarmodule und 51 Sonderanfertigungen für die Ecken wurden auf der 420 Quadratmeter großen Dachfläche verbaut. Allein für die Spitze seien neun Sonderanfertigungen verbaut worden, für eben diese Spitze, die für aufgrund ihres Fehlens für Diskussion gesorgt hatte.

Bei 970 Sonnenstunden im Jahr gehen die Schkeuditzer Stadtwerke von einer Gesamtleistung von 58.200 Kilowattstunden aus. Das entspreche einer rein rechnerischen Versorgung von etwa 23 Drei-Personen-Haushalten mit einem Jahresverbrauch von jeweils 2500 Kilowattstunden. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass die Amortisierung der Anlage rund 20 Jahre dauern wird.

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