"Joachim Gauck wird der unabhängigste Bundespräsident"
Joachim Gauck wird der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland werden. Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler, der nach der politischen Wende Chef der Stasi-Unterlagenbehörde war, wird der gemeinsame Kandidat beider sich im Deutschen Bundestag gegenüberstehenden "Lager". Nachdem sich bereits die Freidemokraten im Tagesverlauf auf den 72-jährigen Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten festlegten, ist dem ursprünglich aus rot-grünem Hause stammenden Vorschlag auch die sogenannte Union beigesprungen. Damit ist Weg für eine aussichtsreiche Kandidatur des Rostockers Pastors frei, Gauck dürfte bei der Bundesversammlung, die das deutsche Staatsoberhaupt wählt, bereits im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit erreichen.
Meiner Einschätzung nach wird Joachim Gauck der wohl unabhängigste Bundespräsident, den die Republik bisher erlebt hat. Das tut sowohl der Republik, als auch dem höchsten Staatsamt gut. Wollen wir hoffen, dass die Medien den "besseren Präsidenten", wie "DER SPIEGEL" bereits 2010 titelte, ihm das Präsident sein nicht unsagbar schwer machen werden.
Bereits 2010, als nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler Christian Wulff dessen Nachfolger werden sollte, haben SPD und Bündnisgrüne Joachim Gauck als Gegenkandidaten präsentiert. Ein Schachzug, der die Wahl Wulffs mit schwarz-gelber Mehrheit bis in den dritten Wahlgang hinein spannend machte, ja sogar eine Überraschung möglich schien.
Bis spätestens 18. März 2012 muss die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt wählen. Die eigens für die Wahl des Bundespräsidenten in der Verfassung implementierte Bundesversammlung setzt sich dabei aus den Mitgliedern des Deutschen Bundestages und der gleichen Anzahl Vertreter der Landtage zusammen. Nach der "vorzeitigen Erledigung der Amtsgeschäfte", wie es im Grundgesetz heißt, muss die Bundesversammlung binnen 30 Tagen zur Neuwahl zusammentreten.
Weiterführende Informationen:
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