"Mögen die Schkeuditzer ihre Geschichte (er-)leben"

04. Februar 2012

Stadtmuseum Schkeuditz

Über 370 Jahre ist es alt, das Wohnhaus des Chursächsischen Amtsmüllers am südlichen Stadteingang. Es gilt nicht ohne Grund als eines der ältesten Gebäude der Elsterstadt, vielfach sogar als das älteste. Ein historischer Ort, zumal in Mitten der städtischen Wiege, dort, wo Schkeuditz seinen Ursprung hat. Nach erfolgter und erfolgreicher Komplettsanierung hat Schkeuditz (s)ein Juwel zurück, das Heimatmuseum hat sich zum Stadtmuseum gemausert. Ein Besuch lohnt sich, ein zweiter auch.

743.000 Euro hat die grundhafte Sanierung letztlich gekostet, eine lohnenswerte Investition, die der Rolle und Bedeutung der Geschichte gerecht wird. Geschichtsbewusstsein gehört zu unserer Gesellschaft, wissen, wo man her kommt, wissen, was gewesen ist. In Schkeuditz ist die eigene, die Heimat-, oder wie es jetzt heißt, die Stadtgeschichte nach schier endloser Abstinenz zurückgekehrt. Und das auch noch am richtigen Ort. Allen Unkenrufen zum Trotz haben sich die damaligen Stadtväter (Wechsel aller fünf Jahre nicht ausgeschlossen) bewusst für das alte Amtsmühlhaus als Standort für das Museum entschieden. Es ist der einzig richtige. Alternativen sind diskutiert worden, gegeben hätte es keine. Mit dem politischen Willen, ein Museum haben zu wollen oder gar haben zu müssen, ist die Entscheidung pro Mühlstraße gefallen - auch mit dem Wissen, dass die Sanierung einer 370 Jahre alte Lehmimmobilie in Wassernähe die eine oder andere Tücke zu Tage fördern kann.

Seit einer Woche ist das Ergebnis sichtbar und Stadtgeschichte greifbar. Mit viel Liebe, durchdachtem Konzept und geübtem Auge ist die Ausstellung in die acht Räume zurückgekehrt. Jeder Raum ist dabei einem Entwicklungsabschnitt der Stadt gewidmet - von archäologischen Funden, über das Werden und Wachsen der Stadt, bis hin zur Industrialisierung. Neben der Dauerausstellung, die hauptsächlich im Obergeschoss angesiedelt ist, wird es auch Wechselausstellungen geben. Auch ein Besuch der museumseigenen Bibliothek lohnt sich.

Daher soll das Stadtmuseum auch zu einem Ort der Bildung werden, zur Zielgruppe gehören auch Schulklassen. Für diesen Zweck sind die Eintrittspreise - vom Stadtrat festgesetzt - attraktiv: Bis 16 Jahre ist der Eintritt frei, ab dann kostet er drei Euro. Geöffnet ist das städtische Schmuckstück mittwochs und donnerstags von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 13 Uhr bis 17 Uhr, freitags von 9 Uhr bis 12 Uhr sowie samstags von 13 Uhr bis 17 Uhr.