"Es geht darum, zu kämpfen, sich zu bemühen, sich reinzuknien"
53 Schülerinnen und Schüler hat die Lessing-Mittelschule in Schkeuditz am 13. Juli feierlich verabschiedet. Sie kamen mit ihren Eltern, Großeltern, Geschwistern und Freunden ins Kulturhaus "Sonne", um die Abschlusszeugnisse der Haupt- bzw. der Realschule entgegenzunehmen. Dabei sind je drei Absolventen vom Förderverein der Lessing-Mittelschule Schkeuditz e.V. sowie von der Stadtwerke Schkeuditz GmbH ausgezeichnet worden. Für die Förderverein hat der Vorsitzende Jens Kabisch die Ehrung für gute schulische und außerschulisches Engagement vorgenommen.
Liebe Schülerinnen und Schüler,
meine Damen und Herren,
Lessing sagte: "Was man anfängt, man fange es mit voller Seele, mit voller Kraft an; um desto eher ist es geendet, und ganz und mit voller Kraft kann man sich wieder einem anderen Geschäft widmen."
Mit dem Ende der Schulzeit endet eine Lebensetappe, in der ihr – bewusst oder unbewusst – im Sinne Lessings auf den heutigen Tag hingearbeitet habt. Ich stelle fest: Das hat geklappt. Aber: Der 13. Juli 2012 darf nicht das Ende eurer Bemühungen sein. Mit dem erfolgreichen Abschluss in der Tasche geht der Ernst des Lebens erst richtig los, ab morgen bewahrheitet sich für euch die vielzitierte Binsenweisheit, man lerne nicht für die Schule, sondern für das Leben.
Als ich fast auf den Tag genau vor elf Jahren mein Abschlusszeugnis entgegen nehmen konnte, habe ich eine Vielzahl der auf einen Absolventen zurollenden Ernsthaftigkeiten und Unwägbarkeiten nicht erahnen können. Ich habe feststellen müssen: Eltern und Lehrer haben – wie Lessing letztlich auch – mit Mahnungen und Motivationsversuchen oftmals recht behalten. Ohne Seele und ohne Kraft hättet ihr dieses Etappenziel eures noch jungen Lebens nicht erreicht.
Der Förderverein nutzt als zum Wohle der Schule ausgerichteter Verein die Gelegenheit, am Abschlusstag Seele und Kraft der Schülerinnen und Schüler auszuzeichnen. Dabei kommt es nicht darauf an, einfach nur der oder die Beste zu sein. Vielmehr geht es darum, seine Persönlichkeit im Ganzen zu entwickeln, in Prüfungen über sich hinauszuwachsen, sich nicht mit der vermeintlich schlechteren Note zufriedenzugeben.
Es geht darum, zu kämpfen, sich zu bemühen, sich reinzuknien – für den persönlich bestmöglichen Abschluss. Es geht darum, nicht Spuren, sondern Eindrücke zu hinterlassen – bei sich selbst, bei den Eltern, bei den Lehrern.
Am Ende einer Etappe beginnt eine Neue, ihr widmet euch gewissermaßen einem neuen Geschäft. Eure Entwicklung ist mit heutigem Tag keinesfalls abgeschlossen. Vielmehr nimmt sie noch an Fahrt auf. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Manchmal werdet ihr euch über euch selbst wundern. Vielleicht wundern sich andere dann auch.
Egal wie es jetzt weiter geht – ob auf weiterführenden Schulen oder in Ausbildungen – jeder von euch wird seinen Weg gehen. Dabei sind Ziele das Wichtigste, um nicht in die Versuchung zu kommen, die zu gehende Wegstrecke zu verlassen. Dabei werden die Wege nicht immer gerade sein.
Trotz meiner Appelle, das Leben ernst zu nehmen, dürft ihr nicht vergessen, zu leben. Erfreut euch an kleinen und großen Dingen, seid kritisch – nicht nur mit euch selbst, sondern auch mit der Gesellschaft. Meckert nicht, sondern gestaltet, bringt euch ein und lasst euch nicht zur Seite drängen.
Euch allen wünsche ich auf dem nun folgenden Lebensweg alles Gute, ein hohes Maß an Zielstrebigkeit und eine gefestigte Persönlichkeit, um innerhalb unserer Gesellschaft seinen eigenen Weg gehen zu können.
Im Namen des Fördervereins der Lessing-Mittelschule Schkeuditz darf ich nun drei Schülerinnen nach vorn bitten. Sie werden ausgezeichnet, weil sie gekämpft haben, weil sie sich bemüht haben und weil sie – vielleicht – über sich hinausgewachsen sind.
