Sondersitzung stellt Weichen für Drei-Feld-Halle
Schkeuditz macht große Schritte hin zu einer drei Felder umfassenden Sporthalle im Stadtzentrum. Am vergangenen Donnerstag hat der Stadtrat in einer Sondersitzung die Ampel für den Baubeginn endgültig auf grün gestellt, Ende September/Anfang Oktober wird es nach aktuellen Planungen los gehen können. Dazu hat das Parlament die Kompetenz für die Vergabe der Rohbauarbeiten (Los 01) auf den Oberbürgermeister übertragen, um die Vergabe so effizient wie möglich zu gestalten und letztlich Zeit zu sparen. Denn Zeitdruck ist überreicht vorhanden. Laut Fördermittelbescheid, der im Änderungsbescheid 1,5 Millionen Euro umfasst, müssen die Gelder der Sächsischen Aufbaubank (SAB) bis spätestens Ende 2012 abgerechnet werden. Das ist, um im Bild zu bleiben, sportlich. Dennoch: Stadtverwaltung und Stadtrat sind gewillt, das über 4 Millionen Euro teure Bauprojekt zu stemmen. Die Verwaltung hat wegen der strikten Zeitvorgabe um Verlängerung der Bewilligungszeit gebeten, die Signale aus Dresden sind positiv.
Bereits eine Woche zuvor hatte sich der Stadtrat auf seiner regulären Juli-Sitzung mit der zu installierenden Mikrofon- und Konferenzanlage befasst, die, so Tenor im Parlament, die Attraktivität und Verständlichkeit einer Ratssitzung nachhaltig verbessern soll. Hier sorgte Oberbürgermeister Jörg Enke (Freie Wähler) für eine Überraschung, die eine zähe, nahezu kindergartengleiche Diskussion nach sich zog. Mit dem völlig unnötigen Zurückziehen der Beschlussvorlage, die eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 15.100 Euro zum Inhalt hatte, gab der Rathauschef der Diskussion um Sinn und Zweck einer solchen Anlage eine neue Richtung. "Entweder richtig oder gar nicht" hat SPD-Fraktionschef Jens Kabisch daraufhin eingeworfen. Zuvor hatte Enke ausgeführt, dass er eine abgespeckte Variante der Anlage anzuschaffen gedenkt, bei der der Beschluss einer überplanmäßigen Ausgabe obsolet werden würde. Da der Oberbürgermeister als Vorsitzender des Stadtrates jederzeit das Recht hat, Beschlüsse von der Tagesordnung zu nehmen, wurde zwar lange diskutiert, letztlich aber nichts beschlossen. Die Verwaltung kauft nun statt 13 sogenannten Delegiertensprechstellen nur sechs, die Stadträte sollen sich dann komplette Mikrofonanlagen über die Plätze reichen. Kaum praktikabel.
