Gymnasien: "Keine Trennungsexperimente"

07. Oktober 2012

"Die Ära der abgewählten Markranstädter Bürgermeisterin Carina Radon (CDU) geht nicht zu Ende, ohne gegen die Zweckvereinbarung zur Stabilisierung beider Gymnasien zu sticheln", bewertet SPD-Stadtrat Jens Kabisch die jüngsten Einlassungen aus der Nachbarstadt. Dabei habe das Dokument seinerzeit beide Einrichtungen vor der kaum abwendbaren Schließung gerettet. "Die Vereinbarung erfüllt ihren Zweck noch heute."

Unlängst aber hat der Stadtrat von Markranstädt beschlossen, die Eigenständigkeit des eigenen Gymnasiums auf den Weg zu bringen. "Beide Schulen sind für Trennungsexperimente noch nicht stabil genug, die Zweckvereinbarung war sehr wichtig und das bleibt sie auch", schildert Kabisch. Gymnasien seien laut Schulgesetzgebung erst dann bestandssicher, wenn in jeder Klassenstufe mindestens 75 Schüler sind. "Die Dreizügigkeit gilt für beide Schulen gleichlautend", setzt der Fraktionsvorsitzende fort. Eine Trennung mache erst dann Sinn, wenn das sowohl in Markranstädt, als auch in Schkeuditz nachhaltig und dauerhaft erreicht sei.

Es sei verwunderlich, dass derlei Forderungen wiederholt und ausschließlich aus Markranstädt zu vernehmen sind. "Schkeuditz ist daran interessiert, dass beide Schulen ihren festen Platz haben", schreibt die Schkeuditzer SPD. Durch die Investitionsmaßnahmen seien große Schritte gemacht worden. Mit der Fertigstellung des Rohbaus und der Grundsteinlegung für die Drei-Feld-Halle entwickele sich das Schkeuditzer Gymnasium zusehends zu einer Top-Adresse in der Region.

"Aus unserer Sicht müssen Vertreter beider Städte an einen Tisch, müssen den Erfolg der rettenden Vereinbarung analysieren und eine sinnvolle Trennungsstrategie beraten. Das kann vor allem jetzt, wo in Markranstädt ein neuer Bürgermeister die Amtsgeschäfte übernimmt, sinnvoll sein", regt die SPD-Fraktion an.